Ev.-luth. Kirchengemeinde Hämelerwald

Gedanken zum Wochenende

Sat, 21 Mar 2020 09:44:10 +0000 von Christina Reitzig

Eigentlich hätten sich unsere Konfirmandinnen und Konfirmanden an diesem Sonntag mit einem Gottesdienst zum Thema "Gerechtigkeit" vorgestellt und aufgezeigt, dass Gerechtigkeit dazu dient, die Schwachen zu schützen. 

In diese Richtung geht auch ein Appell unseres Kirchenkreissozialarbeiters Friedhelm Neumann:


Corona bringt Armutsbevölkerung in zusätzliche Not!
 
Menschen und Familien in Armut sind oft über einen langen Zeitraum auf Leistungen wie Hartz IV angewiesen oder auf die Grundsicherung im Alter für ihr weiteres ganzes Leben. Sie mussten lernen, mit dem geringen Einkommen auszukommen und haben dafür Strategien entwickelt. Dazu gehört die Nutzung der Angebote der Tafeln und der Einkauf von Lebensmitteln und Dingen des täglichen Bedarfs, zu günstigsten Preisen.

Viele Tafeln haben wegen der Corona-Krise schließen müssen oder haben nur wenig abzugeben. Die Menschen müssen jetzt ihre Lebensmittel in normalen Geschäften kaufen. Dort sind preisgünstige Grundnahrungsmittel wie Mehl und Nudeln oft nicht mehr zu bekommen, da Kunden in Sorge um die tägliche Versorgung sich mit Vorräten eingedeckt haben. Besonders gravierend ist dies zum Beispiel beim Toilettenpapier. Das preisgünstige Toilettenpapier für 1,98 € ist durch die Hamsterkäufe nicht mehr verfügbar und die Armutsbevölkerung muss Toilettenpapier für 4,48 € kaufen. Auch fehlt zwischenzeitlich oft preisgünstiges Mehl zum Zubereiten von Speisen und Brot und hier muss auf teure Fertigbackmischungen oder Brot vom Backshop zurückgegriffen werden, wodurch Mehrkosten entstehen.

Für viele Menschen fallen in diesen Tagen auch die Minijobs weg, zum Beispiel in Gastronomie, was konkret auch noch eine Einkommensreduzierung bedeutet – bei sehr wenig Geld ist das noch mal eine zusätzliche Herausforderung.

Zusätzlich fallen Mehrkosten an, da Kinder nicht am Mittagsessen in Schulen oder Kindergärten teilnehmen können und zuhause mittags gekocht werden muss.
Wir alle sollten jetzt beim Einkauf von Grundnahrungsmitteln und Dingen des täglichen Bedarfs Solidarität zu üben, keine Hamsterkäufe tätigen und bei Vorratseinkäufen nicht die preisgünstigsten Produkte kaufen, wenn das Budget auch anderes erlaubt.

Mit freundlichen Grüßen
Friedhelm Neumann, Kirchenkreissozialarbeiter